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Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Oralophobie-Therapie (nach Stichworten alphabetisch sortiert)
Angst
Angst vor zahnärztlichen Eingriffen in das Mundorgan (Oralophobie) ist eine gelernte Angst, d.h. keiner wird mit dieser Angst geboren. Die Mehrzahl der Betroffenen berichtet über schreckliche Erlebnisse, die sie als Kind beim Zahnarzt hatten, z.T. derart brutal, dass wir sie als "Vergewaltigung" und "Folter" beschreiben müssen. Entsprechend tief sitzt der Schock. Ca. 80% der Betroffenen berichten über Angst vor Schmerzen und gehen aus diesem Grund nicht zum Zahnarzt. Durch zahnärztliche Psychotherapie sind diese Ängste auflösbar, bzw. können wieder "verlernt" werden.
Anti-Angst-Training (AAT) Dass AAT ist eine speziell für Oralophobiker entwickelte Therapieform und wird in mehreren Praxen von speziell geschulten Behandlern angewandt. Erste Untersuchungen zeigen, dass die Methode für Angstpatienten hoch effektiv ist. Im AAT wird der Patient in die Behandlungssituation hineingeführt. Er bleibt dabei stets der aktive Teil und übernimmt die Verantwortung für die Situation. Der Zahnarzt hat die Funktion des Trainers.
Chat
Der Chat für Betroffene ist unter folgendem link zu finden:
Gerüche Der typische "Zahnarztgeruch" (Nelkenöldampf) weckt bei Vielen schon schlechte Erinnerungen. Darum wird auch mit Duftstoffen gearbeitet. Das Problem ist nur, dass jeder seinen Lieblingsduft (Präferenzduft) hat Eine namhafte Münchner Parfümfirma hat deshalb ca. 300 000 Duftrichtungen im Angebot. Verständlicherweise kann während einer zahnärztlichen Behandlung diese Duftvielfalt nicht geboten werden.
Hypnose
Hypnose ist zu unrecht in Verruf geraten. Viele Menschen verbinden mit Hypnose die Vorstellung, sich auszuliefern und vom Hypnotiseur zum willenlosen Werkzeug gemacht zu werden. Dies ist Blödsinn und billigen Krimis und unseriösen Fernsehshows ("Show-Hypnose") entnommen. In der zahnärztlichen Hypnose wird die Suggestion benutzt, um den Klienten durch seine Angst zu führen und sogar Eingriffe ohne Betäubung durchzuführen. Gut ausgebildete und erfahrene zahnärztliche Hypnotherapeuten können hier wirklich segensreich tätig sein.
Kosten
Den enormen Zeitaufwand, den die Oralophobietherapie erfordert, muss sich der zahnärztliche Psychotherapeut extra honorieren lassen. Gesetzliche Krankenkassen erstatten manchmal Hypnose, Akupunktur etc. wenn ein Gutachten vorliegt. Es empfiehlt sich immer, mit der Kasse zu verhandeln, ob nicht eine (Teil-) Kostenübernahme möglich ist. Im Rahmen der Gesundheitsreform werden die Kassen immer restriktiver, d.h. es werden nur noch die vom Gesetz vorgesehenen Leistungen erstattet.
Körperliche Gewalt Viele Patienten haben in ihrer Vorgeschichte körperliche Gewalt erfahren und sind dadurch traumatisiert worden. Siehe auch „Sexueller Missbrauch“.
Mind-machines
Mind- machines sind elektronisch gesteuerte Programme, mit denen der Anwender über eine Leuchtdioden-Brille in einen hypnoiden Zustand versetzt wird. Die Geräte werden vorwiegend zur Entspannung eingesetzt und haben außerdem verschiedene medizinische Indikationen. In der zahnärztlichen Psychotherapie sind sie oft Bestandteil des Trainings und bieten eine guten Einstieg zur Behandlungsvorbereitung. Auch während der Behandlung kann die Mind-machine eingesetzt werden, sie ersetzt in vielen Fällen die Hypnose.
Musik (Audioanalgesie)
Nicht jede Musik entspannt. Entscheidend sind Rhythmus und Frequenzen. Was in Deutschland unter "Meditationsmusik" verkauft wird, sind oft Billigpressungen klassischer Musik, die manchmal mehr nerven als entspannen. Therapeutisch einsetzbare Musik nutzt die Frequenzen im hohen Bereich, dies ist ungefähr das Klangspektrum, das ein Embryo im Mutterbauch hört. Dazu kommt ein Rhythmus in Herzschlagfrequenz oder darunter.
Narkose
Manche Betroffene wollen eine Behandlung "nur in Narkose". Geschäftstüchtige Zahnärzte versprechen auch, die Angst mache eine Narkose unbedingt notwendig und durch die Behandlung in Narkose würde die Oralophobie nahezu dauerhaft geheilt. Wir können davor nur warnen. Abgesehen von den immensen Kosten, die für diese „Behandlung“ zu zahlen sind, ist diese Aussage schlichtweg falsch und irreführend.
Narkose heilt keine Phobie! Narkose als Kassenleistung.
Abgesehen davon, dass jede Narkose also auch immer ein Risiko birgt, ist eine Narkose nur bei ca. 5-8% der Patienten wirklich notwendig (Statistik: Unser Institut, Universität Witten-Herdecke, Hamburger Angst-Ambulanz). Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Oralophobiker auch gar keine Narkose wollen, weil sie lernen möchten, ihre Angst zu besiegen. Dies hat den Vorteil, dass sie nach der Oralophobietherapie im Grunde überall (z.B. auch im Urlaub, wo es keine Zahnärzte mit Narkoseangebot gibt) zum Zahnarzt gehen können.
Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD)
Erste Untersuchungen weisen darauf hin, dass bei ca. 30% der Oralophobiker auch eine PTSD vorliegt.
Scham
Wie waren sehr überrascht, dass in unseren Umfragen immer wieder von Oralophobikern angegeben wurde, dass sie sich schämen, ihre Zähne zu zeigen. Dies geht z.T. so weit, dass nur der Arzt (also in Abwesenheit der Helferin) die Untersuchung vornehmen durfte. Als Ursache wurde fast immer angegeben, dass Zahnärzte oftmals abfällige und beleidigende Bemerkungen über den Gebisszustand gemacht haben ("Sieht ja schrecklich aus", "Sind Sie selber schuld", "Geschieht ihnen gerade recht", "Saustall" etc.). Wir haben kein Verständnis für derartige Herabsetzungen der Patienten, da es ja schon viel Mut erfordert, die Angst zu überwinden und einen Behandlungsversuch zu wagen.
Schwellenangst / Erwartungsangst
Wenn der Termin zum Anti-Angsttraining endlich ausgemacht ist, tritt das nächste Problem auf: Die Angst vor dem Training. Alle Horrorvisionen tauchen wieder auf: "Ich geh nicht hin – es wird schlimmer wie früher – das sagen die alles einfach so – das überlebe ich nicht – ich stehe das nicht durch......"
Sexueller Missbrauch
Wie erste Voruntersuchungen zeigen, sind ca. 30 – 36 % der Oralophobiker auch Opfer sexueller und/oder körperlicher Gewalt. Die Angst vor zahnärztlicher Behandlung tritt dann erst nach der Missbrauchserfahrung etc. auf. Die Heftigkeit und Folgen der gegen das Opfer gerichteten körperlichen Gewalt wird als existenzielle Bedrohung des Lebens und der körperlichen Integrität erlebt. Es ist daher naheliegend, dass eine Behandlung im Mundraum (der ja eine intime Zone ist) mit Angst und Schrecken besetzt ist, denn niemand möchte erneut Opfer einer „Behandlung“ werden, geschweige denn, einen „Täter“ an sich heranlassen. Hier ist also die Oralophobie das Symptom einer anderen Störung.
Suizid - Freitod Eine nicht unerhebliche Zahl von Oralophobikern wird von suizidalen Gedanken geplagt. Lieber wird ein Freitod in Kauf genommen, als eine zahnärztliche Behandlung. Manche Oralophobiker gehen trotz lebensbedrohlicher gesundheitlicher Zustände nicht zum Zahnarzt, was ja auch nichts anderes ist, als mit dem Leben zu spielen. Den Betroffenen kann Mut gemacht werden: Wir haben die Erfahrung gemacht, dass in der Regel dieses Problem bereits in der ersten Therapiesitzung gelöst werden kann.
Verein für Betroffene
Der Verein für Betroffene, in dem sie Beratung und Hilfe erfahren:
Videobrillen
Videobrillen haben zwei kleine Bildschirme und Kopfhörer in der Brille und ermöglichen so das Betrachten von Videofilmen während der Behandlung. Dies ist für viele Patienten die maximale Ablenkung.
Zahnarztangst? Zahnarztphobie? Zahnarztfurcht? Dentophobie? Bedenken bei sogenannten "Narkosespezialisten“.
Wenn Behandler von Zahnarztangst sprechen statt von „Zahnbehandlungsangst“ und von Zahnarztphobie (noch schlimmer: Zahnarztfurcht) statt von „Zahnbehandlungsphobie“ reden, sollten Sie vorsichtig sein. Es zeigt nämlich, dass die offiziellen Begriffe diesen "Spezialisten" gar nicht bekannt sind und die Betreffenden sich offensichtlich in der Materie auch nicht auskennen und wahrscheinlich psychologisch nicht fortgebildet sind. Oft wird eine reine Narkosebehandlung auf Privatbezahlerbasis angeboten, womit die Angsterkrankung ja in der Regel gar nicht geheilt werden kann. Es scheint hier eventuell um andere Interessen zu gehen. Daher ist es ratsam, sich an psychologisch ausgebildete Zahnärzte zu wenden.
Zahnärztliche Psychotherapie
Die zahnärztliche Psychotherapie beschäftigt sich mit den psychischen Problemen, die während oder durch die zahnärztliche Behandlung entstehen sowie mit psychischen Problemen, die sich im Mundorgan widerspiegeln.
ZZ Noch weitere Fragen? Zusätzliche Information, wissenschaftliche Artikel etc. finden Sie auf dieser Internetseite unter "Fachinfo" Zuletzt
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